Abroller "light"

Für den Cat - Kompaktlader und auch für den Manitou - Teleskoplader brauche ich natürlich irgendwann Etwas, was beladen werden kann. Immer nur Erdhaufen umsetzen macht ja schließlich wenig Sinn. Zumindest für den CAT ist eine Kippmulde zu hoch (und auch zu groß).

Ein Container wäre nicht schlecht. Auf  Baustellen wird ja auch oft Aushub oder Schutt über Container entsorgt. Meine Wahl fiel auf den Abroller von BRUDER, da ich mich unterdessen auf diese Firma festgelegt habe, außerdem hatte ein Modellbaukollege den Absetzer bereits funtionsfähig ausgebaut, und ein Nachbau sollte es nicht werden.

Nach dem Kauf stand das Modell erst mal ein halbes Jahr in der Werkstatt. Ich hatte einfach keinen Plan für den Abrollaufbau, und solange dieses Problem nicht gelöst war, wollte ich auch mit dem Fahrgestell nicht anfangen. Kaufen schied aus, das hätte weder von der Größe noch vom Preis her gepasst. Deshalb schied auch Hydraulik aus. Erste Überlegungen, die Zylinder über Seilzüge zu bewegen, waren auch nicht erfolgversprechend. Es sind schon erhebliche Kräfte nötig, um den mit einigen Kg Sand gefüllten Container aufzuladen. Irgendwann habe ich mich dann aufgerafft, und zwei Spindelzylinder nach dem Plan von Peter Rang   gebaut. damit war der Anfang getan, aber hübsch der Reihe nach.

Fahrgestell

Das Fahrgestell ist komplett Eigenbau. Der Originalrahmen wurde weitestgehend ausgesägt und mit Aluprofilen aus dem Baumarkt verstärkt. Dabei habe ich von Anfang an darauf geachtet, daß möglichst viel Platz für den Antrieb und vor Allem für den Abrollaufbau bleibt. Aus diesem Grund habe ich die Querverstrebungen auch erst ganz zum Schluß eingebaut. Bei einer früheren Konstruktion eines anderen Modells (Actros) hatte ich zuerst den Rahmen gebaut, und beim weiteren Ausbau stellte sich heraus, daß die Querstreben diversen Antriebsteilen im Weg waren.

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Die Vorderachse ist wieder meine "Standardachse", lediglich wegen dem Fahrantrieb ist sie diesmal nicht gerade. Der Aufbau ist auf den Bildern wohl gut zu erkennen, so daß ich mir umständliche Beschreibungen sparen kann. Der gekröpfte Achskörper (8mm Messingvierkantrohr) sowie die die Achsstummel an den Lenkhebeln wurden hart gelötet, hauptsächlich, damit bei weitern Lötarbeiten diese Verbindungen nicht wieder auseinandergehen. Für die Lenkhebel habe ich mir aus einem geeigneten Stück Eisen eine Lehre zum Biegen und Bohren gemacht, schließlich ist immer wieder mal eine Lenkachse zu bauen.

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Der Fahrmotor samt Getriebe stammt aus einem Akkuschrauber. Dort wird er mit 18 Volt betrieben, aber auch mit 12 Volt ist der MAN fast noch zu schnell. Hier wäre wohl ein Zweiganggetriebe besser gewesen. Der Akkuschrauber liefert auch gleich die Zellen für den Antriebsakku, der aus Platzgründen fest im Modell eingebaut ist. Wenn bei Arbeitspausen (Beladen des Containers) nachgeladen wird kann man den ganzen Tag spielen, ansonsten ist halt irgendwann Feierabend. Für die Kardanwelle habe ich Messingvierkant(6x6) benutzt, für das Wellengelenk an der einen Seite rundgefeilt. Das Vierkantrohr (8x8) passt mit dem Graupner Gelenk (4mm) wunderbar zusammen.

Die Hinterachsen sind wieder einfachste Konstruktionen mit starrem Durchtrieb. Die (bereits bei der Feuerwehr bewährten) Kegelräder von Conrad bringen nochmal eine Untersetzung von 2:1, sind aber doch recht groß (Modul1) Ich habe insgesamt drei Kegelradpaare verbaut, um dem Verwinden der Achsen (das auftritt, wenn die Drehrichtung der Antribswellen unterschiedlich ist) vorzubeugen. Ob das bei der jetzigen, recht starren Pendelachskonstruktion notwendig ist weiß ich nicht, schaden tut es jedenfalls nicht. Der Aufbau der Achsgehäuse geht aus den Fotos hervor. Für die Achsrohre habe ich 15mm-Rohr genommen, weil ich noch jede Menge Kugellager 5x12 hatte. Beim Nachbau kann man hier sicher auch etwas kleiner bauen, je nach Lager. Die Achsgehäuse sind Messingrohre aus der Bastelkiste, man kann sie sicher genausogut aus Profilen (hart) löten.

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Die Pendelachskonstruktion ist an Einfachheit wohl kaum noch zu überbieten, aber der MAN kommt damit ganz gut vorwärts. Die Räder sind original BRUDER, mit Heißkleber ausgefüllt. Das bringt Gewicht und außerdem sammelt sich keine Erde oder Sand in den Reifen. Die Achswelle wird abgeflacht. und die Räder einfach mit einem Stellring festgeklemmt. Die Vorderräder werden auf 5mm aufgebohrt (durchgehend), auf der Innenseite bis zu den sternförmigen Verstärkungen abgefräst, und mit einem Stück Messingrohr 4,1x5 als Lagerbuchse versehen. Mit größerem Aufwand lassen sich auch Kugellager einsetzen, aber da kann man dann auch richtige Räder nehmen. Die Traktion ist befriedigend, lediglich auf glattem Hallenboden schiebt der MAN über die Vorderräder.

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auf dem foto fehlt noch ein Kegelradpaar, die hatten bei conrad gerade nur zwei Paare im Laden ;-)

 

Spindelzylinder

Die Zylinder für den Abrollaufbau entstanden nach dem Plan von Peter Rang ( Traktoranhänger) Ich habe lediglich M4 Gewinde, und entsprechend stärkere Messingrohre verwendet. Da mir der Aufbau mit Gelenken oder Kegelrädern zu aufwendig war entschied ich mich für eine starre Konstruktion, (ähnlich dem Querhaupt in KonradOsterrieters Laderaupe) bei der der Antriebsmotor mit Getriebe (Akkustabschrauber) zwischen den Zylindern sitzt. Dafür wurde ein passendes Messingrohr auf eine Grundplatte gelötet, und die Zylindrrohre einfach daneben. Vom Abtrieb des, auf zwei Planetenstufen reduzierten, Akkuschraubergetriebes werden die Gewindespindeln über Zwischenräder angetrieben. Der Motor wurde natürlich gegen ein 12 -V -Exemplar getauscht.

 

Abrollaufbau

Der Abrollaufbau wurde ebenfalls sehr einfach gehalten, ein Teleskopieren des Hakenarmes ist (noch) nicht vorgesehen. Dadurch wird der Container zwar sehr steil aufgezogen, aber mit dem CAT wird er wohl selten richtig voll geladen werden, dafür dauert das einfach zu lange. Der Hakenarm wurde in seinen Proportionen dem (BRUDER-) Original  nachgebaut, auch der Drehpunkt kam annähernd an die gleiche Stelle. Die Größe für den Zweiten Teil der Kippmimik ergibt sich dann von selbst.Beide Teile entstanden wiederum aus Aluprofilen, der Haken aus 4 mm-Alu. Um zwischen Abrollen und -Kippen zu wählen wird ein quer eingebauter Stift hin und her bewegt, der in seiner vorderen Endstellung die Verriegelung zum Kippen und in seiner hinteren Endstellung die Verriegelung zum Abrollen herstellt. Nach vorn zieht eine Feder und nach hinten ein Servo (über Seilzug, irgendwo muß da bei meinen Modellen wohl immer Einer sein). Dieser Stift und die Achsen der Abrollbrücke sind die recycelten BRUDER Achsen !!

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Vielleicht kommt ja später noch eine Gewindespindel unter den Hakenarm, damit er zum Abrollen verkürzt werden kann, Platz ist eigentlich noch vorhanden.

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