Modellbetrieb ohne HF- Abstrahlung

Bei Veranstaltungen (Messen) sind die vorhandenen Fernsteuerkanäle meist nicht ausreichend, da viele Modelle gleichzeitig betrieben werden, bzw. die Kanäle auf die einzelnen Modellsparten aufgeteilt werden. Um dennoch fahren zu können, oder um das Modell am Stand vorzuführen oder einzustellen kann man Sender und Empfänger auch mit einem Kabel verbinden. Einige Hersteller bieten das nötige Zubehör (zu "entsprechenden" Preisen) an. Man kann sich das erforderliche Kabel aber auch selbst bauen. (natürlich auf eigenes Risiko).

Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf den Sender "FUTABA FC16" und den Empfänger "R-118F" . Diese Verbindung ist sinngemäß auch bei anderen (FUTABA-) Komponenten möglich, aber ich glaube nicht, daß die Anschlüsse in allen Sendern gleich sind.

Die Verbindung erfolgt über ein zweiadriges Kabel (Masse und Signal) entsprechender Länge (unkritisch). Im Sender findet man den Anschluß "Trainer" für den Anschluß einer Lehrer- Schüler-Buchse. Von diesem Anschluß benötigen wir Masse und das "Impulstelegramm". Bei anderen Sendern kann man Impuls-Anschluß z.B. mit einem Oszilloskop suchen (Masse müsste ja noch zu finden sein) Bei der FC16 sind es Pin 4 (Masse) und Pin 2 (imp.) , vom Rand der Platine gezählt. Über einen geeigneten Steckverbinder (ich habe mir ein CD-ROM-Audio Kabel passend "geschnitzt" ) wird die Verbindung zu einer Klinkenbuchse hergestellt. Das Steuerkabel bekommt logischerweise an einer Seite einen passenden Klinkenstecker, und an der anderen Seite einen Servostecker (Belegung wie beim Servo).

Das war schon Alles. Natürlich muß noch die Sendestufe "stillgelegt" werden, bei der FC16 durch Ziehen des Quartzes. (oder man trennt die Stromzuführung zum Sendeteil mit einem Schalter auf, aber das ist vielleicht ein zu "gewagter" Eingriff in die Elektronik.

dsc1.JPG (15584 Byte)

dsc2.JPG (18156 Byte)

dsc3.JPG (17423 Byte)

Steckplatz "Trainer" so  wird angeschlossen ... und so am Empfänger

Wer möchte kann natürlich auch am Modell noch eine Buchse anbringen, der Empfänger wird in den meisten Modellen ja nicht von Außen zugänglich sein, aber bitte darauf achten, daß es beim Steckvorgang nicht zu Kurzschlüssen kommt (Klinkenstecker), das könnte teuer werden. Es sind zwar Widerstände am Impuls-Ausgang, aber ich habe es nicht getestet. Der Quartz im Empfänger kann stecken bleiben. Der Empfänger verarbeitet das Kabelsignal vorrangig, erst wenn am DSC Anschluß Nichts mehr kommt wird das antennensignal ausgewertet.

Außer dem "R-118F" hat (laut Katalog) nur noch der "R-149DP" einen DSC-Anschluß.

Das ganze läßt sich auch noch weiter entwickeln. Für Testzwecke oder Modell die ohnehin "an der Leine" betrieben werden kann man den Empfänger sparen und für wenige Cent einen Impulsdecoder aufbauen. Die Schaltung stammt von John Nooyen und ist auf einem Stück Lochrasterplatte schnell aufgebaut.

decoder.gif (9693 Byte)

dsc5.JPG (15025 Byte)

dsc4.JPG (16809 Byte)

Mit diesem Wissen lassen sich auch alle Empfänger, die den 4017 verwenden auf 8 Kanäle erweitern, einfach die entsprechenden Anschlüsse des IC mit einem Stück Steckerleiste verbinden - fertig. Genausogut kann man versuchen, an anderen Empfängern einen geeigneten Einspeisepunkt für das direkte Signal zu finden. Aber das ist dann schon etwas für Spezialisten